Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung in Kurzform

Man soll ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber wie schnell ist etwas passiert (Unfall, schwere Krankheit, Demenz); plötzlich ist man geschäfts-/handlungsunfähig, auf einmal auf Andere angewiesen.

 

Wer regelt in einem solchen Fall Ihre Vermögensangelegenheiten, vertritt Sie gegenüber Behörden, wenn Sie hierzu nicht mehr in der Lage sind?

Wer entscheidet über ärztliche Eingriffe, über Ihren Aufenthaltsort?

 

Auch wenn Sie es nicht glauben können:

Dies sind nicht automatisch der Ehegatte oder die Kinder, denn diese sind keine gesetzlichen Vertreter. Sie erhalten lediglich Auskunft über den Gesundheitszustand, für Sie handeln dürfen sie aber nicht. Um ein Auskunftsrecht zu erhalten muss ggf. noch nachgewiesen werden, dass es sich bei dem Auskunftsersuchenden tatsächlich um einen nahen Angehörigen handelt. Und selbst dies ist keine Garantie, da ein Arzt heutzutage nicht wissen kann, ob zum Beispiel eine Ehe tatsächlich intakt ist oder nur noch auf dem Papier besteht.

 

In diesem Falle sieht der Staat / das Gesetz die Bestellung eines Betreuers durch das zuständige Amtsgericht vor. Dies wird in der Regel ein naher Angehöriger sein. Unter Umständen kann dies auch ein fremder Berufsbetreuer sein, der in keiner Weise Ihre individuellen Bedürfnisse kennt. Bis ein Betreuer vom Amtsgericht bestellt ist, kann unter Umständen viel Zeit vergehen. Zunächst kann dann nichts erledigt werden.

 

Wegen jeder Handlung muss der Betreuer bzw. das Amtsgericht entscheiden. Der Betreuer unterliegt der Kontrolle des Amtsgerichts und muss entsprechend Rechenschaft ablegen. Dies gilt auch für einen Ehegatten und ein Kind, wenn dieser bzw. dieses vom Amtsgericht zum Betreuer bestellt wird.

 

Wollen Sie das?

Wollen Sie, dass das Amtsgericht für Sie einen Betreuer, ggf. sogar einen Berufsbetreuer bestellt?

 

Ich empfehle Ihnen die Errichtung einer Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Diese sollte ausschließlich einer Vertrauensperson erteilt werden. Durch eine Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung wird eine gerichtlich angeordnete Betreuung vermieden. Sie bestimmen Ihren "Betreuer" (z.B. Ehegatten, Kind) sozusagen selbst. Somit erfolgen keine Kontrollen durch das Gericht. Sofortiges handeln ist durch den Bevollmächtigten möglich. Es handelt sich hierbei um eine umfassende Vollmacht für alle vermögensrechtlichen (z.B. Kapitalvermögen, Immobilienvermögen usw.) und nichtvermögensrechtlichen Angelegenheiten (z.B. Aufenthaltsbestimmungsrecht usw.).

 

Solche Regelungen sind sowohl für ältere, als auch für jüngere Menschen von großer Bedeutung.

 

Die Errichtung einer Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung ist privatschriftlich oder notariell möglich. Ich empfehle Ihnen eine notarielle Urkunde. Der Notar stellt die Identität und Geschäftsfähigkeit fest, klärt umfassend auf und belehrt über Tragweite und Risiken. Die notarielle Vollmacht ist individuell zugeschnitten, vollständig sowie unangreifbar. Sie hat eine hohe Beweiskraft.

 

Eine formlose, privatschriftliche Vollmacht ist bezüglich Verfügungen über Immobilien formell rechtlich nicht ausreichend.